Text und Bilder: Roman Klemm
25. Juli 2026
2012 heiratete Emerson Fittipaldi zum dritten Mal. Der F1-Weltmeister von 1972 und 1974 ehelichte die Frau, mit der er bereits 11 Jahre zusammenlebte: seine brasilianische Landsfrau Rossana Fanucchi. Sie haben zwei gemeinsame Kinder, den 19-jährigen Emmo Junior und die 14-jährige Vittoria. Am heißen Wochenende des Österreich-GP in Spielberg erzählte mir Rossana über ihr Leben als Frau des legendären Indy500-Siegers und als Mutter eines F2-Piloten…

RK: Kanntest du Emerson schon als Kind?
RF: Nicht persönlich, nur aus dem Fernsehen und aus Zeitungen. Meine Großeltern waren aber gute Bekannte seiner Mutter.
RK: Emerson erzählte mir, dass er immer zu deinem Vater aufgeschaut hat, weil er der erste Brasilianer war, der einen Porsche besaß?
RF: Wahrscheinlich ist das so. Mein Vater war wirklich verrückt nach Rennen…
RK: Und du?
RF: Motorsport habe ich wirklich von Herzen gehasst. Bei uns lief ständig etwas im Fernsehen. Formel 1, IndyCars, brasilianische Meisterschaften…
RK: Emerson ist halb Slave, halb Italiener, welcher Herkunft bist du?
RF: Ich habe zur Hälfte italienisches und zur Hälfte brasilianisches Blut.
RK: Wann habt ihr euch kennengelernt?
RF: Das war zu der Zeit, als Emerson Miteigentümer eines CART-Teams war. Tiago Monteiro fuhr für ihn, und ich erinnere mich, dass ich ihn zum Lausitzring begleitet habe.
RK: War dir damals schon klar, dass du mit ihm auch den Rennsport heiratest?
RF: Nein, überhaupt nicht! Im Gegenteil, er wollte sich damals aus dem Motorsport zurückziehen. Ich wollte so ein Leben überhaupt nicht und der Rennsport hat mich Null interessiert.
RK: Es muss ein großer Schlag für dich gewesen sein, als der kleine Emmo mit diesem „Mist“ angefangen hat, oder?
RF: Ja, es war schrecklich und ich habe wirklich alles erdenkliche gegen seine Rennfahrer-Pläne getan. Ich habe ihm immer gesagt, dass er seinem Vater da nichts schuldet. Dass er nicht Profi werden muss, nur weil sein Papa Weltmeister war. Aber dann habe ich eingesehen, dass er aus eigener Überzeugung und von Herzen Rennen fahren will – seitdem habe ich mich nicht mehr widersetzt.
RK: Die Familie hat wirklich viel für Emmos Karriere getan – inklusive Umzüge…
RF: Bis zu seinem 10. Lebensjahr haben wir in Brasilien gelebt. Als er Kart-Meister von São Paulo wurde, sind wir nach Miami gezogen, damit er in Amerika fahren konnte. Als er 14 war, sind wir nach Europa gezogen, weil er in Dänemark ab diesem Alter in der Formel 4 starten konnte. Seitdem leben wir in Italien am Gardasee.







