Christoph Huber: „Blühende Landschaften in Bulgarien“

16. September 2026

Text: Roman Klemm
Fotos: Roman Klemm (4) Manfred Noger (2)

Der Österreicher Christoph Huber ist einer der erfolgreichsten Manager der GT-Szene der letzten Jahre. Nachdem er das siegreiche Team Lechner Racing in Arabien und im Porsche Supercup geleitet hatte, gründete er seine eigene Organisation Proton-Huber Racing. Seine Fahrer gewannen auf Rennstrecken in ganz Europa. Ende der Saison 2025 kam es zu einer Wende. Huber verließ sein Team und schlug einen neuen Weg ein. Über seine überraschenden Pläne haben wir im Rahmen des GT-Masters auf dem Salzburgring gesprochen.

Christoph Huber ©Roman Klemm

RK: Proton-Huber Racing war „dein Kind“, dein absolutes Herzensprojekt und dein ganzer Stolz. Wie kam es, dass du das Team mit Sitz in der Nähe von Passau verlassen hast?
CH: Dieses Projekt habe ich zwar gegründet und geleitet, aber ein wichtiger Partner war Herr Ried von Proton. Leider entwickelte sich unsere Zusammenarbeit nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Lange habe ich alles ertragen, am Ende ist unsere Kooperation – natürlich – an Geldproblemen gescheitert. Ich dachte, wir hätten gewisse Absprachen, Herr Ried sah das vermutlich anders. Wir mussten uns trennen und ich war nur 49-prozentiger Gesellschafter – alles klar? Es hat mich sehr getroffen, bis heute tut es weh…

ADAC GT-Masters – # 41 L.Pichler(AUT)/C.Bönighausen(GER) Porsche 911 GT3 R (992) razoon – more than racin ©Roman Klemm

RK: Hattest du Ende der Saison 2025 zu diesem Zeitpunkt schon Alternativen?
CH: Überhaupt nicht. Ich hatte keinen Plan, wie es weitergehen sollte. Noch am selben Tag, an dem mein Weggang bekanntgegeben wurde, habe ich aber 18 (!) Angebote erhalten! Sie kamen aus dem Motorrad-, Rallye- und Rundstreckensport und sogar aus der Formel 1!

ADAC GT-Masters – #14 P.Lefterov(BUL)/M.Kastelic(SLO) Porsche 911 GT3 R (992) razoon – more than racing ©Manfred Noger



RK: Warum bist du dann bei dem österreichischen Team Razoon gelandet?
CH: Razoon und M-Tech waren einfach die ersten, die sich bei mir mit konkreten Aufgaben gemeldet haben. Für M-Tech habe ich ihren Einsatz im Porsche Cup Middle East organisiert (der wegen des USA-Iran-Kriegs allerdings nicht mehr stattfindet), für Razoon deren Aktivitäten im GT-Masters, weiteren GT-Serien und diversen 24-Stunden-Rennen. Ich bin bei ihnen aber nur als Freelancer, kümmere mich vor allem um die Besetzung der Cockpits.

Christoph Huber ©Roman Klemm

RK: Hast du also auch Fahrer zu Razoon gebracht, die bereits für dein Team gefahren sind?
CH: Sicher. Zum Beispiel fahren für uns der Deutsche Colin Böninghausen und der Bulgare Pavel Lefterov. Mein Notizbuch enthält außerdem etwa 16.000 Telefonnummern, also habe ich ziemlich viele Kontakte…

ADAC GT-Masters – # 41 L.Pichler(AUT)/C.Bönighausen(GER) Porsche 911 GT3 R (992) razoon – more than racin ©Manfred Noger


RK: Als wir Anfang 2025 das letzte Mal gesprochen haben, warst du so stark in die Organisation deines Teams eingebunden, dass dir ein Burn-out drohte. Bist du jetzt entspannter?
CH: Ich würde sagen, nein. Meine Arbeit hier bei Razoon nehme ich genauso ernst wie bei Huber Racing und investiere genauso viel Energie und Zeit darin.

ADAC GT-Masters – # 41 L.Pichler(AUT)/C.Bönighausen(GER) Porsche 911 GT3 R (992) razoon – more than racin ©Roman Klemm

RK: Was sind deine Visionen bezüglich Razoon?
CH: Da gibt es einen kleinen Haken… Ich kann dir verraten, dass ich nur noch zwei Tage Vollzeit für sie arbeiten werde! Es ist nämlich ein völlig neues Projekt aufgetaucht, dem ich mich widmen werde. Ich werde Verkaufs- und Promotionsleiter der neuen bulgarischen Strecke A1 Motor Park. Bald werde ich nach Bulgarien ziehen und Razoon nur noch als Berater helfen. Jetzt stürze ich mich voll auf die neue Aufgabe, werde nach Meisterschaften suchen, die im A1 Motor Park starten könnten, und wir denken sogar über die Einführung einer eigenen Serie nach.