DTM am Norisringu: Lucas Auer nach Halbzeit mit intakter Meisterschaftshoffnung

Der dänische Fahrer des belgischen Teams Comtoyou-Aston Martin, Nicki Thiim, beherrschte das klassische DTM-Rennwochenende am Norisring. Der Sohn des legendären Kurt Thiim, gewann beide Rennen! Mercedes-Pilot Luggi Auer konnte zwar nicht um Siege fahren, fehlerfrei und zielstrebig sammelte er aber viele Punkte – so ist der Tyroler im Kampf um den Titel ganz vorne mit dabei.

Samstag: Thiim ohne Gegener
Unter optimalen Wetterbedingungen war der erfahrene GT-Experte Nicki Thiim auf dem Aston Martin in der schnelleren Qualifikationsgruppe der Beste. Arjun Maini aus Indien deutete mit der zweitbesten Zeit an, dass das Wochenende am Norisring in gewissem Maße auch von Ford geprägt sein wird. Der Deutsche Maro Engel (Winward-Mercedes) war als Bester der zweiten Gruppe 0,2 Sekunden langsamer als Thiim. Dahinter reihten sich der gute McLaren-Fahrer Benn Dörr, Jules Gounon und die Überraschung des Wochenendes, der Neuling Finn Wiebelhaus auf dem zweiten Ford Mustang des Teams von Hubert Haupt, ein. Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) qualifizierte sich für die dritte, der vom Reglement zu brutal eingebremmste Manthey-Porsche von Thomas Preining nur für die 7. Startreihe.
Thiim ließ der Konkurrenz beim Start keine Chance und sprintete als Erster vor Engel, Maini, Gounon (Winward-Mercedes) und Auer Richtung Grundig-Kehre. An dieser Reihenfolge änderte sich lange nichts. Nach 20 Minuten kam sowieso das Safety Car auf die Strecke, weil sich Tom Kalender ausgangs Schoeller-S durch ein Hinterrad abgebrochen hatte. Auch beim Restart gab es an der Spitze keine Änderungen – abgesehen davon, dass Auer auf Platz 4 vorgerückt ist.


Kurz darauf jedoch brachte ein schlimmer Unfall die Rennunterbrechung: Max Paul verlor auf der Geraden die Kontrolle über seinen Grasser-Lamborghini, riss sich beim Aufprall rechts an der Leitplanke das Hinterrad ab und flog ungebremst in Richtung Grundigkehre, wo er bei Höchstgeschwindigkeit zunächst Van der Lindes Schubert-BMW rammte und dann in die Barriere einschlug. Es folgte eine lange Pause und eine komplizierte Bergung – erst später kam aus dem Krankenhaus die Nachricht, dass sich Paul „nur“ am Bein verletzt hatte und operiert wurde. 
Nach einer fast einstündigen Pause wurde der Rest des Rennens zu Ende gefahren. Die ersten drei lösten sich vom Rest des Feldes, und Thiim gewann mit Bravour. Zum Schluss versuchte Auer noch, den Dritten Maini anzugreifen – erfolglos.

Ergebnis Samstag:

  1. Nicki Thiim, Comtoyou-Aston Martin
  2. Maro Engel, Winward-Mercedes
  3. Arjun Maini, HRT-Ford
  4. Lucas Auer, Landgraf-Mercedes
  5. Thierry Vermeulen, Frey-Ferrari
  6. Finn Wiebelhaus, HRT-Ford

Sonntag: Thiim diesmal von Wiebelhaus geärgert
Thiim setzte sich auch im Sonntagstraining in einem hervorragend abgestimmten Auto durch. Er setzte sich in seiner Gruppe vor Maini und Auer durch. In der zweiten Gruppe überraschte der junge Ford-Junior Finn Wiebelhaus mit der besten Zeit vor Dörr.

Mittags wiederholte Thiim seine Traumfahrt vom Samstag – diesmal allerdings mit einer kleinen Änderung. Für die sorgte der kämpferische Wiebelhaus. Der Deutsche hatte den Dänen nämlich nach dem ersten Reifenwechsel eingeholt und ihn mehrere Runden lang vielversprechend attackiert. Doch um den erfahrenen Dänen zu bezwingen reichte das nicht. Thiim ließ sich nicht aus dem Rhythmus bringen. Dafür machte Wiebelhaus im Schoeller-S einen kleinen Fehler. Von da an fuhr Thiim ungefährdet Richtung seines zweiten Sieges – selbst der zweite Boxenstopp änderte daran nichts. Wiebelhaus holte sensationell Platz 2 vor dem ausgeglichenen Österreicher Auer und dem starken Inder Maini.

Zur Halbzeit der Meisterschaft führt Thiim jetzt auch in der Gesamtwertung. Aber nur knapp vor Engel und Auer. Alles deutet darauf hin, dass der DTM-Meister der Saison 2026 einer aus diesem Trio werden wird.

Ergebnis Sonntag:

  1. Nicki Thiim, Comtoyou-Aston Martin
  2. Finn Wiebelhaus, HRT-Ford
  3. Lucas Auer, Landgraf-Mercedes
  4. Arjun Maini, HRT-Ford
  5. Jules Gounon, Winward-Mercedes
  6. Thierry Vermeulen, Frey-Ferrari