Gut, das ADAC GT-Masters 2026 läßt sich sicher nicht mit seiner Glanzzeit vor einer Dekade vergleichen, das fünfte von sechs Rennen der Meisterschaft bot den etwa 10.000 Fans auf dem schnellen Salzburgring jedoch erstklassigen Sportspaß.

Samstag: Aus heiterem Himmel FK-Performance-BMW!
Nur 13 Teams trainierten im samstäglichen Regen, und wenig überraschend setzte sich der favorisierte Finn Zulauf im Lamborghini von Franz Enstlers Team durch. Dahinter qualifizierten sich der heimische Leo Pichler mit seinem Razoon-Porsche, Simon Connor im HGL-Audi und Niklas Klaus im HRT-Ford. Vor dem Start am Nachmittag tauchte allerdings ein Defekt am Wagen des Pole-Setters auf, den das Engstler-Team bis zum Startsignal nicht beheben konnte. Bei wechselhaftem Wetter (manchmal nieselte es, dann regnete es stärker, oder es hörte zeitweise auf) übernahm das Duo Leo Pichler/Colin Böninghausen auf dem Razoon-Porsche die Führung vor dem HGL-Audi von Simon Primm (er wird demnächst in der DTM debütieren) und Robin Rogalski und den beiden Ford Mustangs des HRT-Teams. In dieser Phase flog der zweite Mustang mit Emile Gjerdum am Steuer am schnellsten um die Strecke – bald belegte er den 2. Platz.


Nach den ersten Boxenstopps hörte der Regen auf und an der Spitze setzte sich der Razoon-Porsche vor die beiden HRT-Fords. Etwa 30 Minuten vor Rennende (gefahren wurde auf 80 Minuten und eine Runde), nach dem zweiten Stopp, tauchte jedoch völlig überraschend der FK-BMW des erfahrenen Deutschen Tim Zimmermann und des Südafrikaners Leyton Fourie an der Spitze auf. Das Auto, das nach dem Start nur auf P10 lag, erwies sich durch geschickte Taktik und Zimmermanns Geschwindigkeit als der Gegner, über den plötzlich der Weg zum Erfolg führte. Die beiden Fords von Blum und Dybionk machten großen Druck, und auch der anfänglich dominierende Razoon-Porsche holte auf. Im packenden Finale setzte sich schließlich doch der BMW durch – die ersten vier kamen innerhalb von nur 4 Sekunden ins Ziel!


Ergebnis Samstag:
- Tim Zimmermann/Leyton Fourie, FK Performance-BMW M4
- Emil Gjerdrum/Fabian Dybionka, HRT-Ford Mustang GT3
- Niklas Kalus/Kiano Blum, HRT-Ford Mustang GT3
- Leo Pichler/Colin Boeninghausen, Razoon-Porsche 911GT3R
- Juliano Holzem/Sandro/Holzem, Schubert-BMW M4
- Simon Primm/Robin Rogalski, HGL-Audi R8 LMS

Sonntag: Wohlverdienter Triumph der Favoriten
Die Sonne am Sonntag lockte erstaunliche 6.000 Zuschauer in die Berge oberhalb von Salzburg – für die Verhältnisse vor Ort unglaublich viel (der Veranstalter meldete optimistisch 10.000 für das Wochenende) – und das GT-Masters enttäuschte sie nicht. Die schnellste Qualifikation gehörte erneut Engstlers italienischem Wagen – er stand aber letztendlich wieder nicht auf der Pole-Position. „Ja, wir haben eine Strafe bekommen. Der Grund? Es ist so kompliziert, dass man es nicht einfach erklären kann – es geht um die verwendeten Reifen…“, meinte einer der Techniker des Teams. Der beste Startplatz gehörte daher dem sehr populären Vorarlberger Kiano Blum und seinem HRT-Mustang.

Blum startete sauber und führte vor dem Razoon-Porsche und dem BMW-Team FK-Performance. In seinem Stint baute der Enkel des legendären Walter Pedrazza einen großen Vorsprung auf, doch nach den ersten Boxenstopps ergab sich auf der Strecke ein neues Bild: An der Spitze lagen beide Porsche des Razoon-Teams, während der bisher führende Ford Mustang auf P6 zurückfiel. Vor allem war es jedoch der bestrafte Engstler-Lambo von Poleman Hirsiger, der sich dank der tatkräftigen Unterstützung von Zulauf unauffällig nach vorne schob. Die letzten Boxenstopps waren 20 Minuten vor Schluss erledigt, und plötzlich führte Hirsiger knapp vor dem Razoon-Porsche des Österreichers Leo Pichler. Der Zustand der Reifen erlaubte dann keine Platzverschiebungen mehr, und Zulauf mit Hirsiger gewannen nach einem verkorksten Samstag verdient. Überraschenderweise wurde der belgische Comtoyou-Aston Martin vor den Siegern vom Samstag Dritter.
Der FK-BMW führt kurz vor Saisonende in der Tabelle mit Fourie und Zimmermann nur um 5 Punkte vor dem Engstler-Lambo von Hirsiger und Zulauf. Über den Meister – und darüber, wer sich möglicherweise 2027 aus dieser „DTM B-Klasse“, ins Cockpit der höheren Klasse hocharbeiten wird – entscheidet der Hockenheimring im Oktober.
Ergebnis Sonntag:
- Finn Zulauf/Felix Hirsiger, Engstler-Lamborghini
- Leo Pichler/Colin Boeninghausen, Razoon-Porsche 911GT3R
- Jamie Day/Baudouin, Comtoyou-Aston Martin
- Tim Zimmermann/Leyton Fourie, FK Performance-BMW M4
- Fabio Rauer/Storm Gjerdum, FK Performance-BMW M4
- Emil Gjerdum/Fabian Dybionka, HRT-Ford





